Pizza mit Gemüse darauf
Rezept

La dolce vita: Pizzarezept vom Gardasee

Wie aus dem Mangel eine große Küche wurde. Und warum drei gute Zutaten jeden überladenen Teller schlagen.

Es gehört zu den schönen Widersprüchen Italiens, dass aus dem Mangel eine große Küche wurde. Hier entsteht das Beste aus dem, was fehlt. Wer das für einfach hält, hat es nie versucht. Weglassen ist die schwerste Übung am Herd.

Platten mit verschiedenen Speisen auf einem Tisch
italienische küche 

Die Kunst, das Wesentliche zu bewahren

Die italienische Küche ist die Kunst des Weglassens. Cacio e pepe, der römische Klassiker, kommt mit drei Zutaten aus und ist doch schwerer zu treffen, als man denkt: Nudeln, Pecorino, Pfeffer, mehr braucht es nicht, und mehr verzeiht es nicht. Eine Caprese ist nichts als Tomate, Mozzarella und Basilikum, in den Farben der Flagge angerichtet. Und prosciutto e melone, ein besonders elegantes Sommergericht, besteht aus genau zwei Dingen, die einander nichts schulden als ihre Reife.

Diese Sparsamkeit ist eine kulturelle Errungenschaft. Die cucina povera, die Küche der einfachen Leute, entstand aus dem Zwang, mit wenigem auszukommen, und machte aus diesem Zwang eine Tugend. Wer kaum Zutaten besitzt, kann sich keine schlechte leisten. So erwuchs jene unbestechliche Ehrlichkeit, die das italienische Essen bis heute auszeichnet: Wo wenig auf dem Teller liegt, kann sich nichts verstecken. Eine müde Tomate ertränkt man in einer kräftigen Sauce, aber neben einem Stück Mozzarella steht sie nackt da und blamiert den Koch.

Ein Teller mit Pasta, einer Gabel und einem Löffel.Ein Teller mit Fleischgericht und Beilage auf einem Tisch.
Eine Schüssel mit Tomaten und Basilikum auf einem Tisch.
italienische küche

Der Geschmack liegt im Ursprung

Käse über eine Pasta mit Meeresfrüchten zu reiben gilt vielerorts als Frevel, und wer in Neapel die Margherita verteidigt, verteidigt mehr als ein Rezept. Was dem Fremden als Pingeligkeit erscheint, ist Respekt vor dem Produkt: Man kippt einem guten Fisch nichts über, das lauter ist als er selbst.

Damit verschiebt sich, fast unmerklich, die entscheidende Frage. Sie lautet nicht, was man auf den Teller legt, sondern was man einkauft. Eine Pasta aglio e olio ist in Minuten bereitet und doch nur so gut wie das Öl, das ihr Charakter gibt. Die Burrata verlangt nach einer Tomate, die wirklich Sonne gesehen hat. Und kein Gewürz ersetzt einen Fisch, der am Morgen noch geschwommen ist. So entpuppt sich die vermeintliche Bescheidenheit als ihr Gegenteil: als pures Selbstbewusstsein. Italien legt nichts nach, weil das Gute längst dort liegt, woher es kommt.

Zwei Gläser mit Aperol Spritz und Zitronenscheiben auf einem Tisch.
italienische küche

Ein See mit mediterraner Seele

Nirgends zeigt sich das schöner als am Gardasee, jenem mediterranen Flecken am Fuß der Alpen, den die Geografie hier eigentlich nicht vorgesehen hat. Fast auf der Höhe von Mailand reifen Oliven und Zitronen, wo man eher Nebel und Schnee vermuten würde, weil die große Wassermasse des Sees die Kälte mildert und ein Klima schafft, das es hier oben kaum geben dürfte. Über Jahrhunderte zogen die Menschen ihre limonaie hoch, gemauerte Zitronengärten, die zu den eigenwilligen Kulturlandschaften der Region gehören.

Diese Sonderlage schmeckt man in jedem Bissen: im hellen, milden Öl, im Wein der umliegenden Hügel, im zarten Fisch aus dem See selbst. Und wenn der Abend das Wasser in weiches Licht taucht, versteht man, dass es des großen Aufwands nicht bedarf, wo ein Ort schon alles mitbringt.

Eine Frau steht auf einem Balkon und blickt auf einen See und Berge.

A-ROSA Gardasee

Am Gardasee bringt das A-ROSA dieses unkomplizierte Italien auf den Teller: wenige, gute Zutaten aus der Region, das Öl und der Wein der umliegenden Hügel, dazu der weite Blick über den See. Der Süden, der näher liegt, als man denkt.

Rezept Gardasee Pizza

Der Duft Italiens für zu Hause. Frisch aus dem Ofen.

Ein Tisch voller verschiedener Speisen.

Oberhalb von Salò, am Westufer des Gardasees, liegt eine südliche Leichtigkeit in der Luft. In der Pizzeria vom A-ROSA Gardasee bringt der Pizzaiolo sie auf den Teller: wenige, gute Zutaten und ein luftiger Teig, dem man Zeit lässt. Ein Stück Dolce far niente, das Sie sich nach Hause holen.

 

Zutaten

für 4 Pizzen

Für den Teig: 600 g Mehl Tipo 00, 390 ml Wasser, 18 g Salz, 2 g frische Hefe, 1 EL Olivenöl

Für den Sugo: 400 g Passata, 1 Knoblauchzehe, 2 EL Olivenöl, Salz, 1 TL Basilikum, 1 TL Oregano

Für den Belag: 1 Aubergine, 1 Zucchini, je 1 rote und gelbe Paprika, 200 g braune Champignons, 1 rote Zwiebel, 250 g Mozzarella (Fior di Latte), frischer Basilikum, gutes Olivenöl

 

Zubereitung

Salz im Wasser lösen, Mehl und Hefe einkneten (10 bis 15 Minuten). Den Teig 1 bis 2 Stunden ruhen lassen, anschließend 24 bis 48 Stunden im Kühlschrank reifen. Diese Ruhe macht den Boden luftig und bekömmlich.

Vier Teigkugeln zu je etwa 250 g formen und 4 bis 6 Stunden bei Raumtemperatur aufgehen lassen.

Für den Belag das Gemüse in Scheiben und Streifen schneiden und mit Öl und Salz in einer Pfanne vorrösten, bis es Farbe annimmt. So bleibt der Boden später knusprig.

Für den Sugo das Olivenöl in einer zweiten Pfanne erhitzen und die angedrückte Knoblauchzehe darin kurz duften lassen. Die Passata zugeben, mit Salz, Basilikum und Oregano würzen und 15 bis 20 Minuten sanft einköcheln, bis der Sugo sämig ist. Er sollte nicht zu flüssig sein. Die Knoblauchzehe vor dem Belegen entnehmen.

Den Teig mit den Händen ausziehen und den Rand dick lassen. Sugo, Mozzarella und Gemüse sparsam darauf verteilen.

Die Pizza bei 250 bis 300 °C auf einem vorgeheizten Stein oder Blech 6 bis 8 Minuten backen. Mit frischem Basilikum und einem Faden Olivenöl vollenden.

Der Tipp des Pizzaiolo für den heimischen Ofen:

Haben Sie keinen Holzofen zu Hause, lösen Sie die Hefe mit etwas Honig und zwei Esslöffeln Mehl im Wasser auf und lassen Sie sie stehen, bis sie schäumt. Das gibt der Hefe einen Vorsprung und schenkt dem Boden eine schöne Bräunung, die der heimische Backofen sonst kaum erreicht. Das Salz geben Sie erst danach mit dem übrigen Mehl hinzu.

Der Rat unseres Pizzaiolo: „Weniger ist mehr.“

Zu viel Belag nimmt dem Teig die Luft, der Boden bleibt schwer und der Rand niedrig. Wenige, sorgsam gewählte Zutaten, luftig verteilt, schenken der Pizza ihre Leichtigkeit.

Buon appetito und ein Gruß aus dem A-ROSA Gardasee in Salò.