

Es ist, als würde das Tal uns zuflüstern: „Ihr seid richtig hier.“
Wir folgen dem breiten Alpweg, der leicht ansteigend entlang des Wassers verläuft. Genau hier beginnt unsere Wanderung durchs Bärgunttal. Ein Weg, der keinen sportlichen Ehrgeiz verlangt, sondern uns auf eine sanfte Weise herunterdimmt. Gleich zu Beginn überqueren wir die schmale Brücke über die Breitach, die hier oben ihren Ursprung hat. Gespeist wird sie von den Gebirgsflüsschen Bärguntbach, Derrenbach und Turabach, deren kühles, kristallklares Wasser hier zusammenfließt. Das gleichmäßige Rauschen begleitet uns.



Ralph Hosbein, Direktor des A‑ROSA Ifen Hotels Kleinwalsertal, wandert mit uns. Er zeigt auf die Gipfel, erklärt, wie man sie auseinanderhält, und erzählt, warum das Bärgunttal für ihn ein besonderer Ort ist. „Es ist die Ruhe“, sagt er, und kaum hat er es ausgesprochen, zieht die Natur uns wieder in ihren Bann.
Wir lauschen den Erzählungen von Ralph und von Jessica Hecker, die das A‑ROSA und die Region seit vielen Jahren kennt. Sie lächelt, als sie auf den Widderstein zeigt. „Hier geht’s nicht nur gemütlich“, sagt sie. „Wer’s sportlicher mag, nimmt die Widdersteinrunde: erst zur Bärgunthütte, dann steiler hinauf zum Hochalppass, drüben hinüber zur Widdersteinhütte und schließlich durch das Gemsteltal zurück. Oben wird’s alpin und stellenweise seilversichert. Aber der Blick hinüber nach Warth und zum Hochtannbergpass? Den vergisst man nicht.“ Wir nicken, schauen hinauf zu dem Lichterspiel am Fels und lassen den Gedanken an die große Runde ziehen. Heute darf der Weg langsam bleiben.



Sabine und ihre
Hütten-Schmankerl
In der Hütte duftet es nach Holz, Suppe und frisch gebackenem Kuchen. Sabines Karte ist klein, aber mit einer Konsequenz hausgemacht, die man schmeckt. Sie arbeitet fast nur mit regionalen Zutaten. Während wir unsere Brotzeit bestellen, schwärmt Ralph vom legendären Käsekuchen. Und der hält, was er verspricht: saftig, luftig, leicht säuerlich – ein Stück Hochgenuss, das die Stimmung hebt. Sabine wird verlegen, wenn man sie darauf anspricht. „Back ma halt gern“, sagt sie und stellt noch einen Teller hin.
Neben dem Kuchen gibt es herzhafte Brotzeiten, Suppen, Milchreis, kleine traditionelle Schmankerl. Kein Chichi. Keine überladenen Teller. Nur gutes, ehrliches Essen, perfekt für alle, die Österreichs Küche lieben.
Während sich der Holzlöffel durch eine dampfende Suppenschüssel bewegt, steigt der Duft frischen Kaffees auf und vermischt sich mit dem Harzgeruch der Tische. Draußen segeln die Dohlen im Aufwind. Wer hier sitzt, kommt zur Ruhe – weil nichts laut werden will und doch alles lebendig ist.



Wo Ziegen meckern, Bäche glitzern und die Landschaft sich auffächert
Neben den Kühen leben hier auch Ziegen, die sich gerne auf den warmen Felsen hinter der Hütte sonnen. Neugierig, manchmal ein wenig frech und genau deshalb so charmant, gehören sie zur sommerlichen Alpatmosphäre wie das Läuten der Kuhglocken.
Hinter der Hütte wird das Tal weit. Kleine Bäche fächern sich über die Wiesen, die im Sommer in ein buntes Blütenmeer getaucht sind. Der Wind streicht durch die Lärchen, und manchmal zieht der Schatten einer Dohle in rasantem Sturzflug vorbei. Weiter oben in den Felsen entdeckt man mit etwas Glück Gämsen oder Steinböcke. Ralph rät, immer ein Fernglas dabeizuhaben. Die Tiere sieht man oft erst dann, wenn man genauer hinschaut.
Wer weiterwandern will, folgt dem Panoramaweg Richtung Widdersteinalpe. Der Weg steigt leicht an, führt dann über offene Weideflächen mit Blick auf das Walmendinger Horn und die Ochsenhofer Köpfe bergab. Ein Weg, der zeigt, wie viele Gesichter dieses kleine Tal hat. Hier oben wirkt die Landschaft größer, als man es unten vermutet hätte. Mehr Himmel. Mehr Weite. Mehr Stille.
Hinter der Hütte fühlt sich die Welt plötzlich weiter an
Geht man hinter der Bärgunthütte weiter ins Tal, verändert sich die Atmosphäre. Die Geräusche werden leiser, obwohl oder gerade weil die Natur mehr Raum hat. Die Gräser wiegen sich in weichen Bögen im Wind, die Bäche bestimmen ihren eigenen Rhythmus. Alles wirkt, als gebe es hier keinen Grund für Eile. Vielleicht ist es das, was das Bärgunttal so einzigartig macht: Es will nicht beeindrucken. Es beruhigt.
Später, als wir zur Bärgunthütte zurückkehren, um einen letzten Kaffee oder ein Glas Saft zu trinken, spüren wir, wie groß der Tag geworden ist. Nicht, weil wir weit gegangen wären, sondern weil wir die Natur haben wirken lassen.
Der Abstieg über die Widdersteinalpe führt über einen Panoramaweg, der das Tal noch einmal auffächert: den Bach, die Wiesen, die Hänge, die Hütte, den Widderstein, alles in neuer Reihenfolge, in anderem Licht.
Zurück auf dem Weg nach Baad, kurz vor dem Parkplatz und der Bushaltestelle, zögern wir. Wir wollen das Bärgunttal noch nicht verlassen. Vielleicht nur ein paar Schritte wieder talaufwärts? Nur um noch einmal zu hören, wie ruhig es hier ist.
Warum das Bärgunttal nachhallt
Ein einfacher Weg, der belohnt. Eine Hütte, die nichts verspricht und doch alles gibt. Menschen wie Sabine und Wolfi, die ihren Alltag nicht inszenieren, sondern teilen. Und eine Landschaft, die sich nicht aufdrängt, sondern öffnet.
Das Bärgunttal ist kein Ort für Eilige. Es ist ein Ort für Menschen, die Ruhe und Nature wollen. Hier hört man wieder, was der Alltag übertönt: das Läuten einer Kuhglocke. Das Rauschen eines Baches. Den eigenen Atem im Rhythmus des Weges. Und manchmal eine Stimme, die sagt: „Schön, dass ihr da seid.“
Und wer irgendwann doch mehr will als Langsamkeit: Der Widderstein wartet schon geduldig.

Häufig gestellte Fragen
zur Bärgunthütte
Wie hoch liegt die Bärgunthütte?
Die Bärgunthütte liegt auf 1.408 m Höhe. Von Baad aus werden auf dem Weg zur Hütte etwa 170 Höhenmeter überwunden.
Wann ist die Bärgunthütte geöffnet?
Die Bärgunthütte ist im Sommer täglich von 10 bis 17 Uhr und im Winter täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet.* Aktuelle Infos sind auf der Seite der Bärgunthütte zu finden.
Wie weit ist es von Baad zur Bärgunthütte?
Von Baad bis zur Bärgunthütte sind es je nach Weg etwa 2,5 bzw. 2,7 km, für die ca. 1 Std. bis 1 Stunde 30 Minuten benötigt werden. Dabei werden etwa 170 Höhenmeter überwunden.
Lohnt sich ein Besuch der Bärgunthütte?
Ja, ein Besuch der Bärgunthütte lohnt sich auf jeden Fall. Die leichte Wanderung durch das idyllische Bärgunttal, die herzliche Gastfreundschaft, hausgemachte Spezialitäten und die beeindruckende Bergkulisse unterhalb des Großen Widdersteins machen den Besuch zu einem besonderen Natur- und Genusserlebnis für die ganze Familie.
Ist die Wanderung zur Bärgunthütte auch für Anfänger oder Kinder geeignet?
Ja, die Wanderung zur Bärgunthütte gilt als leicht und ist auch für Familien mit Kindern sowie für Wanderanfänger gut geeignet. Der Weg verläuft auf breiten, gut begehbaren Pfaden, umfasst nur rund 170 Höhenmeter und führt in etwa einer Stunde durch die idyllische Landschaft des Bärgunttals.
Wo kann ich im Kleinwalsertal übernachten?
Wir empfehlen das A-ROSA Ifen Hotel im Kleinwalsertal. Die traumhafte Lage im Kleinwalsertal überzeugt mit direktem Zugang zu Wanderwegen, Skipisten und alpinen Naturerlebnissen. Ein großzügiger SPA-Bereich, hochwertige Gastronomie und stilvolle Zimmer sorgen für Erholung auf hohem Niveau.
Bitte beachten Sie, dass sich angegebene Öffnungszeiten und Informationen ändern können.













