Meditation in Bewegung

Mit dem Rad, ohne Eile: 
Zwischen Küste, Wald und Pause

Sonnenuntergang über Usedom mit ruhigem Wasser.

Der Schriftsteller Mark Twain soll einmal gesagt haben: „Besorgen Sie sich ein Fahrrad. Sie werden es nicht bereuen.“ 

Ob der große Erzähler und erklärte Fahrradfreund jemals auf Usedom unterwegs war, ist nicht bekannt. Doch sollte es so gewesen sein, hat ihn die Insel vermutlich sofort überzeugt. Denn hier hat ein Tag im Sattel nichts mit Sprints und Trittfrequenzen zu tun, sondern mit Ruhe und Entschleunigung. 

Strand von Heringsdorf auf Usedom mit Bäumen und Riesenrad im Hintergrund
Radtour Usedom

Startpunkt Heringsdorf

Einfach mal einen Gang runterschalten  

Am Startpunkt, in Heringsdorf, hat sich die Sonne gerade erst aus der Ostsee erhoben. Sie steigen aufs Rad, die Reifen setzen sich in Bewegung. Es ist ein leises, beinahe andächtiges Geräusch – das Surren der Kette, das Knirschen von Sandkörnern. Und schon nach wenigen Metern fühlt sich der Alltag erstaunlich weit entfernt an.  

Schnell merken Sie, dass diese Insel ihre Geschichten nicht im hastigen Vorbeirauschen erzählt. Sie entfalten sich im Wechsel von offenem Meer und schattigen Wäldern, im Innehalten und Beobachten, im Austausch mit den Menschen, denen man unterwegs begegnet. 

Blick nach oben auf hohe Bäume im Wald auf Usedom mit Sonnenlicht, das durch die Blätter scheint.
Radtour Usedom

Durch die Bansiner Buchenwälder 

Der Weg von Heringsdorf nach Bansin führt zunächst wie ein schmales Band am Wasser entlang. Doch schon nach wenigen Minuten biegen Sie landeinwärts ab. Die Küstenwälder hinter Bansin empfangen Sie mit einer angenehmen, schattigen Kühle. Es ist, als würde man eine Kathedrale betreten. Die alten Buchen recken ihre Stämme hoch in den Himmel, das einfallende Licht zeichnet wie ein Kaleidoskop tanzende Mosaike auf den Waldboden. 

Dann wechselt der Untergrund. Das Summen der Reifen auf Asphalt weicht dem weichen Knirschen des Waldwegs. Es geht sanft bergauf und bergab, vorbei an versteckten kleinen Seen, in denen das Wasser dunkel und geheimnisvoll zwischen den Bäumen liegt. Die Luft riecht nach Moos, Farn und Holz, hier und da ertönen Vogelstimmen, das Klopfen eines Spechts oder das ferne Knacken eines Zweiges. Der Wald scheint seinem eigenen, archaischen Rhythmus zu folgen. 

Windmühle in der Usedomer Schweiz
Landschaftsbild der Usedomer Schweiz mit einer Kirche
Radtour Usedom

Benz und der Schmollensee

Unterwegs in der Usedomer Schweiz: Hinter dem Wald öffnet sich der Blick auf die sanft hügelige Landschaft rund um Benz. Das Dorf wirkt wie ein Postkartenidyll aus einer anderen Epoche. Die historische Holländermühle reckt majestätisch ihre Flügel in den Himmel. Wer hinaufsteigt, wird mit einem Ausblick über Wiesen und Felder bis zum tiefblauen Schmollensee belohnt. 

Unten im Dorf, an der alten Kirche St. Petri, begegnen wir einer anderen Radfahrerin, die den schlichten Backsteinbau betrachtet. „Hier draußen wird alles ein bisschen ruhiger“, sagt sie leise, als wolle sie die Ruhe nicht stören. Der Satz passt zu diesem Ort. Touristischer Lärm oder großstädtische Eile sind hier weit entfernt. Der ruhige Puls der Insel zeigt sich nur im Wind, in den Bäumen und in den Wolken, die ruhig über den Himmel ziehen. 

Usedomer Schweiz
Ein Boot auf dem Achterwasser auf Usedom unter einem bewölkten Himmel.
Ein Baum auf einem Hügel am Achterwasser auf Usedom.
Radtour Usedom

Achterwasser

Die wahre Seele der Insel: Nun lassen Sie die Hügel hinter sich und steuern auf das Achterwasser zu, im Norden eingerahmt durch die Halbinsel Gnitz, im Süden durch den Lieper Winkel. In Neppermin liegt das Wasser ganz ruhig da, eine spiegelglatte Fläche, die den Himmel so perfekt reflektiert, dass man oben und unten kaum noch unterscheiden kann. 

Die Wege hier werden schmaler, teils sind sie von uralten Bäumen gesäumt. Es geht vorbei an reetgedeckten Katen, in deren Vorgärten die Stockrosen in allen Farben leuchten. In einem dieser Gärten sitzt ein älterer Mann, der gerade die Kette seines Fahrrades ölt. Er blickt auf, wischt sich die Hände an einem Tuch ab und grüßt. Seine Augen sind von kleinen Lachfältchen umgeben. „Hier fährt man nicht, um irgendwo anzukommen“, sagt er und deutet vage in die Weite. „Hier fährt man, um unterwegs zu sein.“ Es ist ein Satz, der noch eine Weile nachhallt.

Ein Gebäude am Strand von Usedom mit Blick auf das Wasser und den Himmel.
Radtour Usedom

Zurück durch die Kaiserbäder

So verführerisch die Stille des Hinterlandes auch ist – irgendwann wird es Zeit, an die Ostsee und in die Kaiserbäder zurückzukehren. Zwischen Gothensee und Wolgastsee geht es Richtung Ahlbeck. Dort wird die Radtour zu einer Zeitreise in die Belle Époque: Die prachtvolle Bäderarchitektur mit ihren weißen Fassaden, verwinkelten Erkern und Schmucktürmchen wirkt wie eine Kulisse aus einem Film. 

Die historische Seebrücke des Ortes, die älteste ihrer Art in Deutschland, ragt mit ihren charakteristischen roten Dächern wie ein stummer Wächter in die Wellen. Das Licht hat sich inzwischen gewandelt. Statt der hellen Mittagssonne liegt nun ein warmer, bernsteinfarbener Schimmer über der Küste. Ihr Weg führt weiter auf der längsten Promenade Europas, vorbei an Strandkörben, Cafés und kleinen Boutiquen.  

Zwei Menschen liegen im SPA Bereich im aja Bansin mit Blick auf die Ostsee.Sauna aja Bansin
Radtour Usedom

Entspannung im Hotel

Nach der Usedom Radtour beginnt die Entspannung: In Bansin ist der Moment gekommen, die nun angenehm schweren Beine auszustrecken und den Blick noch einmal über die Weite der Ostsee schweifen zu lassen. Die Eindrücke des Tages setzen sich langsam, und mit ihnen wächst eine tiefe, stille Zufriedenheit. Nach Stunden zwischen Küste, Wald und offenen Landschaften darf die Ruhe einfach weitergehen.  

Wer den Tag sanft ausklingen lassen möchte, findet im Wellnessbereich des aja Bansin einen Ort zum Ankommen – mit allem, was den Körper erfrischt und die Seele ausbalanciert. Nur ein kleines Stück weiter lockt auch das A-ROSA Strandidyll Heringsdorf mit einem großzügigen Spa-Bereich, in dem Innen- und Außenpools, Saunen und salzige Meeresluft neue Energie schenken. 

Die Ostsee vor Usedom mit Wellen.

Fahrrad leihen auf Usedom

Für den direkten und unkomplizierten Start der Radtour auf Usedom ist der Fahrradverleih für Hotelgäste im aja Bansin besonders praktisch. Zur Verfügung stehen Fahrräder für Kinder und Erwachsene, darunter auch E-Bikes, Mountainbikes oder Tandems. Auch Kindersitze, Helme und Laufräder können direkt im Hotel entliehen werden. 

Fahrrad & Mountainbike: 10,00 € pro Tag (5,00 € für einen halben Tag)

E-Bike: 25,00 € pro Tag

Kinderrad: 6,00 € pro Tag (3,00 € für einen halben Tag)

Rad mit Kindersitz oder Anhänger: 15,00 € pro Tag (12,00 € für einen halben Tag)

Eine Frau fährt Fahrrad auf Usedom.
Radtour Usedom

Welcher Reise-Typ sind Sie?

Die Genießerin, die gern innehält, den Wellen zusieht und kleine Pausen am Strand liebt?

Der Entdecker, neugierig auf jede Düne, verwinkelte Ortschaften und versteckte Pfade?

Die Gesprächige, die Eindrücke vor allem durch Begegnungen mit Einheimischen oder anderen Reisenden sammelt?

Der Ruhefinder, der stille Strandabschnitte sucht, Natur und Momente ganz für sich allein? 

Auf Usedom hat all das seinen Platz. Die Insel lässt Raum für Bewegung und für Stille, für kleine Entdeckungen ebenso wie für lange Blicke über das Meer. Wer sich darauf einlässt, findet schnell heraus: Man muss nicht weit fahren, um viel zu erleben – manchmal reicht schon eine entspannte Tour zwischen Küste, Wald und offenen Wegen. 

Erik Grügers

Studierte Medienwissenschaften und Amerikanistik

Freiberuflicher Texter 

Zertifizierter KI-Manager

Über den Autor: 
Erik Gürges

Erik Gürges studierte Medienwissenschaften und Amerikanistik an der Philipps-Universität Marburg. Seine berufliche Laufbahn begann buchstäblich mit großem Kino – nämlich in der externen Pressestelle des Filmlabels MGM. Seit 2010 hilft er als freiberuflicher Texter Menschen, Unternehmen und Agenturen aus den unterschiedlichsten Branchen dabei, die richtigen Worte rund um Produkte, Ideen und Dienstleistungen zu finden. Als zertifizierter KI-Manager begleitet er außerdem Projekte rund um den sinnvollen Einsatz Künstlicher Intelligenz in Kommunikation und Content.

Häufig gestellte Fragen 
zur Radtour auf Usedom

Ist die Radtour auf Usedom für Anfänger und Familien geeignet? 

Ja, die Wege auf Usedom verlaufen größtenteils flach und sind gut ausgebaut, sodass sich die Insel für entspannte Touren mit der ganzen Familie eignet. Lediglich im Hinterland rund um die „Usedomer Schweiz“ bei Benz gibt es einige sanfte Steigungen. Wer es bequemer mag, ist mit einem E-Bike bestens beraten

Wann ist die beste Zeit für eine Radtour auf Usedom? 

Am besten radelt es sich von Mai bis Oktober. Usedom gilt als sonnenreichste Region Deutschlands und trägt daher den Beinamen „Sonneninsel“. Im Frühsommer und Herbst sind die Temperaturen mild und die Wege ruhiger; im Hochsommer lädt die Ostsee zwischendurch zum Baden ein.

Wo startet diese Radtour auf Usedom und wo führt sie entlang? 

Die hier beschriebene Radtour beginnt in Heringsdorf und führt zunächst durch die schattigen Buchenwälder hinter Bansin. Weiter geht es ins hügelige Inselinnere nach Benz mit seiner historischen Holländermühle und zum Schmollensee, anschließend ans stille Achterwasser bei Neppermin. Über Gothensee und Wolgastsee kehren Sie schließlich durch die Kaiserbäder zurück an die Ostsee.

Wie lang ist die Radtour auf Usedom und wie viel Zeit sollte man einplanen?

Die hier beschriebene Radtour auf Usedom ab Heringsdorf ist eine entspannte Tagestour von gut 30 Kilometern. Bei gemütlichem Tempo sind das etwa zweieinhalb bis drei Stunden reine Fahrzeit. Mit Pausen an der Holländermühle in Benz, am stillen Achterwasser und auf der Promenade der Kaiserbäder sollten Sie jedoch einen halben bis ganzen Tag einplanen. Weil die Wege überwiegend flach und gut ausgebaut sind, eignet sich die Strecke auch für Familien und Gelegenheits-Radler.

Wie gut ist Usedom zum Radfahren ausgebaut? 

Sehr gut sogar: ein rund 200 Kilometer langes, gut ausgebautes Radwegenetz erschließt sowohl die beliebten Seebäder an der Küste als auch die abgelegeneren Regionen der Insel. Die Strecken führen über befestigte Natur-, Deich-, Küsten- und Radwege sowie ruhige Nebenstraßen und verlaufen überwiegend eben.

Wo kann ich auf Usedom Fahrräder leihen? 

Das Leihen von Fahrrädern ist bei verschiedenen Anbietern insbesondere in den Kaiserbädern möglich. Hotelgäste des aja Bansin haben es besonders bequem: direkt im Hotel können eine große Auswahl an Fahrrädern für Kinder und Erwachsene sowie E-Bikes, Mountainbikes oder sogar Tandems entliehen werden. 

Fahrrad leihen auf Usedom
Welche Sehenswürdigkeiten sollte man bei einer Radtour auf Usedom nicht verpassen? 

Zu den Höhepunkten zählen die Buchenwälder hinter Bansin, die Holländerwindmühle und die Kirche St. Petri in Benz sowie der weite Blick über das Achterwasser. In den Kaiserbädern beeindrucken die historische Bäderarchitektur und die Seebrücke Ahlbeck, die als älteste Seebrücke Deutschlands gilt. Den Abschluss bildet die rund zwölf Kilometer lange Strandpromenade, die als längste Strandpromenade Europas gilt

Wo kann man nach der Radtour übernachten und entspannen? 

Direkt an der Küste bieten sich das aja Bansin und das A-ROSA Strandidyll Heringsdorf an. Beide liegen in Strandnähe und verfügen über großzügige Wellnessbereiche mit Pools und Saunen – ideal, um die Beine nach einem Tag im Sattel hochzulegen und den Ausflug entspannt ausklingen zu lassen.

Warum wird Usedom „Sonneninsel“ genannt? 

Usedom zählt zu den sonnenreichsten Regionen Deutschlands und trägt deshalb den Beinamen „Sonneninsel“. Die vielen Sonnenstunden machen die Insel zu einem beliebten Ziel für Aktiv- und Radurlaub und sorgen dafür, dass eine Radtour hier besonders oft bei schönem Wetter stattfindet.